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Was kostet eine professionelle Website?

Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Die hilfreiche Antwort erklärt, worauf. Dieser Artikel zeigt, welche Faktoren den Preis einer Website bestimmen, warum drei Angebote für dieselbe Anfrage um den Faktor fünf auseinanderliegen können und wie du Angebote so vergleichst, dass du nicht Äpfel mit Birnen vergleichst.

Von mehr über den Autor, Geschäftsführer der medienplus GmbH und fachlich verantwortlich für bqo.de

Kurz gesagt: Eine professionelle Website kostet so viel, wie Strategie, Text, Design, Entwicklung, Migration, SEO und Funktionen zusammen an Arbeitszeit brauchen. Eine einfache Präsenz mit wenigen Seiten liegt im niedrigen vierstelligen Bereich, eine Vertriebswebsite mit eigenständigen Leistungsseiten und Texten deutlich darüber, ein individuelles System mit Schnittstellen und Automatisierung im fünfstelligen.

Konkrete Zahlen nennt dieser Artikel bewusst nicht als Preisliste, weil sie ohne Kenntnis des Umfangs mehr verwirren als helfen. Stattdessen bekommst du die Logik, mit der du jedes Angebot einordnen kannst.

Drei Website-Typen, drei Preisklassen

Wer nach den Kosten einer Website fragt, meint meistens eine von drei sehr unterschiedlichen Sachen. Der Preisunterschied zwischen ihnen ist größer als der Unterschied zwischen zwei Agenturen die dasselbe bauen.

Die einfache Präsenz

Fünf bis acht Seiten: Start, Leistungen als Übersicht, Über uns, Kontakt, Impressum, Datenschutz. Die Texte kommen vom Unternehmen, das Design folgt einer Vorlage, Funktionen gibt es außer einem Kontaktformular keine. Diese Website zeigt, dass es das Unternehmen gibt, und ist für Betriebe sinnvoll, die ihre Kunden ohnehin über Empfehlungen gewinnen. Anfragen erzeugt sie kaum, das ist aber auch nicht ihr Zweck. Wer später mehr will, muss sie meist neu bauen, weil Struktur und Texte nicht darauf ausgelegt sind.

Die Vertriebswebsite

Zehn bis dreißig Seiten mit einer eigenen Seite pro Leistung, jeweils entlang einer Suchintention aufgebaut. Texte werden auf Basis von Fachgesprächen geschrieben, das Design ist individuell, die Technik auf Ladezeit, Barrierefreiheit und SEO ausgelegt. Formulare, Tracking und strukturierte Daten gehören dazu. Diese Website soll gefunden werden und Anfragen bringen. Der Aufwand liegt vor allem in Struktur und Text, nicht im Design.

Das individuelle System

Alles aus der Vertriebswebsite plus Funktionen, die über eine Website hinausgehen: Terminbuchung mit Kalenderanbindung, Kundenbereich, Konfiguratoren, Schnittstellen zum CRM, mehrsprachige Inhalte, Automatisierung nach der Anfrage. Hier entstehen Kosten durch Entwicklung und Abstimmung mit bestehenden Systemen, und der Preis hängt weniger von der Seitenzahl ab als von der Zahl der Beteiligten und Sonderfälle.

Bevor du Angebote einholst, solltest du wissen welchen Typ du brauchst. Ein Angebot für eine einfache Präsenz und eines für eine Vertriebswebsite sind nicht vergleichbar, auch wenn beide „Website“ heißen.

Die sieben Kostenfaktoren

Innerhalb eines Typs bestimmen sieben Faktoren den Preis. Bei jedem Angebot lohnt sich die Frage, welche davon enthalten sind und in welcher Tiefe.

1. Strategie und Struktur

Wer soll anfragen, wonach sucht diese Person, welche Seiten braucht es dafür, in welcher Reihenfolge stehen Argumente. Diese Arbeit ist unsichtbar und entscheidet trotzdem am stärksten darüber, ob die Website später Anfragen bringt. In günstigen Angeboten fehlt sie meist ganz. Rechne mit fünf bis fünfzehn Prozent des Gesamtaufwands.

2. Text

Der am häufigsten unterschätze Posten. Eine Vertriebswebsite mit fünfzehn Seiten braucht zehn- bis zwanzigtausend Wörter, die fachlich stimmen, verständlich sind und auf Suchintentionen antworten. Das sind Tage an Fachgesprächen, Schreiben und Korrektur. Angebote, die „Texte liefert der Kunde“ voraussetzen sind deshalb billiger und scheitern oft daran, dass die Texte nie kommen.

3. Design

Individuelle Gestaltung mit eigenem Designsystem kostet mehr als ein angepasstes Theme. Der Unterschied lohnt sich, wenn die Marke sich abheben soll oder das Angebot erklärungsbedürftig ist. Für eine einfache Präsenz ist ein gutes Theme oft ausreichend. Wichtig ist, dass mobil von Anfang an mitgedacht wird, nicht nachträglig.

4. Entwicklung und Technik

Umsetzung in HTML, CSS und dem gewählten System, Ladezeit, Barrierefreiheit, strukturierte Daten, Formulare, Sicherheit. Ein statisches System ist in der Entwicklung oft günstiger und in der Wartung deutlich günstiger als ein CMS mit Plugins. Ein CMS lohnt sich, wenn regelmäßig intern Inhalte gepflegt werden. Mehr dazu auf der Seite Webdesign und Seitenstruktur.

5. Migration

Wenn eine bestehende Website ersetzt wird, müssen Inhalte, Bilder, URLs und Rankings umziehen. URL-Inventur, Redirect-Mapping und Content-Migration sind eigene Arbeitspakete, die bei einem Neubau ohne Vorgänger entfallen. Wer sie weglässt spart am Anfang und zahlt später mit verlorener Sichtbarkeit. Details unter Relaunch mit Migration.

6. SEO-Basis

Titles, Descriptions, Überschriftenhierarchie, interne Verlinkung, Sitemap, Canonicals, strukturierte Daten. Das ist Handwerk, das in jede professionelle Website gehört und im Angebot ausdrücklich stehen sollte. Nicht zu verwechseln mit laufender SEO-Betreuung, die ein eigener Posten nach dem Launch ist.

7. Funktionen und Schnittstellen

Terminbuchung, Mehrsprachigkeit, Kundenbereich, Anbindung an CRM oder Newsletter, Automatisierung. Jede Funktion ist Entwicklungszeit plus Abstimmung plus Test. Hier entstehen die größten Preisunterschiede zwischen Angeboten, und hier lohnt sich die Frage, ob eine Funktion wirklich am ersten Tag gebraucht wird.

Versteckte Aufwände, die im Angebot fehlen

Die meisten Entäuschungen bei Website-Projekten entstehen nicht durch den Preis im Angebot, sondern durch das, was nicht darin steht. Diese Posten solltest du aktiv abfragen:

  • Bilder. Professionelle Fotos von Team, Räumen und Arbeit kosten extra und sind für Vertrauen wichtiger als jedes Designdetail. Stockfotos sind billig und erkennbar.
  • Rechtstexte. Impressum und Datenschutzerklärung müssen zur tatsächlichen Technik passen. Eine Agentur kann den Entwurf liefern, die rechtliche Prüfung liegt bei dir oder einem Anwalt.
  • Hosting und Domain. Laufende Kosten, die nicht im Projektpreis stehen. Bei einem CMS kommen Updates und Sicherheitspflege dazu.
  • Korrekturrunden. Wie viele sind enthalten, was kostet eine zusätzliche? Unbegrenzte Runden gibt es nicht, auch wenn es so klingt.
  • Deine eigene Zeit. Fachgespräche, Korrekturen, Freigaben, Bildbeschaffung. Bei einer Vertriebswebsite sind das leicht zwanzig bis vierzig Stunden über die Projektlaufzeit.
  • Betreuung nach dem Launch. Kleine Änderungen, Auswertung der Daten, Nachbesserungen. Klär vorher, ob das im Preis ist, stundenweise läuft oder ein eigenes Paket braucht.

So vergleichst du Angebote sinnvoll

Wenn drei Angebote weit auseinanderliegen, liegt das fast nie an unterschiedlichen Stundensätzen, sondern an unterschiedlichem Umfang. Diese Tabelle hilft, Angebote nebeneinanderzulegen.

Vergleichskriterien für Website-Angebote
KriteriumWas du fragen solltestWarnsignal
SeitenumfangWie viele Seiten sind enthalten, welche genau?„Bis zu X Seiten“ ohne Liste
TexteWer schreibt, auf welcher Grundlage, wie viele Korrekturen?„Texte stellt der Kunde“ ohne Hinweis auf Aufwand
StrukturGibt es eine Planungsphase vor dem Design?Erster Schritt ist ein Designentwurf
TechnikWelches System, warum, wer wartet es?System steht fest, bevor der Bedarf geklärt ist
SEO-BasisWelche Elemente konkret, wird das geprüft?„SEO-optimiert“ ohne Erklärung
MigrationGibt es Inventur und Redirect-Mapping?Relaunch ohne Erwähnung alter URLs
EigentumGehören Code, Inhalte und Zugänge mir?Website läuft im System der Agentur, Mietmodell ohne Ausstieg
VersprechenWas wird zugesagt, was nicht?Ranking- oder Anfragegarantien

Ein praktischer Tipp: Schick allen Anbietern dieselbe Beschreibung mit Website-Typ, Seitenliste, Angaben zu Texten und Bildern und der Frage, was ausdrücklich nicht enthalten ist. Wer darauf mit einer Pauschale ohne Rückfragen antwortet hat den Umfang nicht verstanden oder rechnet später nach.

Das teuerste Angebot ist nicht automatisch das beste, das günstigste selten das, was es verspricht. Entscheidend ist, ob der Umfang zu deinem Ziel passt. Für eine Website die Anfragen bringen soll, sind Struktur und Text die Posten, an denen du nicht sparen solltest.

Wo du sparen kannst und wo nicht

Sparen kannst du bei Funktionen, die am ersten Tag nicht gebraucht werden. Eine Terminbuchung lässt sich nachrüsten, eine Mehrsprachigkeit auch. Sparen kannst du beim Design, wenn ein gutes Theme zu deiner marke passt. Und sparen kannst du bei der Seitenzahl, wenn du mit den wichtigsten Leistungsseiten startest und später ergänzt.

Nicht sparen solltest du bei der Struktur, weil sich Fehler dort durch das ganze Projekt ziehen. Nicht beim Text, weil er das ist was Besucher und Suchmaschinen tatsächlich lesen. Nicht bei der Migration, wenn eine bestehende Seite Rankings hat. Und nicht bei der Messung, weil du sonst nach dem Launch nicht weißt, ob die Investition etwas gebracht hat. Mehr zu diesem Punkt im Artikel zum Zusammenspiel von SEO und GEO, der erklärt warum Struktur und Inhalte auch für die Sichtbarkeit in KI-Systemen zählen.

Was bedeutet das für dein Projekt?

Drei Fragen, bevor du Angebote einholst: Welchen Typ brauchst du, einfache Präsenz, Vertriebswebsite oder System? Welche der sieben Faktoren sind bei dir groß, welche klein? Und welche versteckten Aufwände hast du eingeplant, vor allem deine eigene Zeit und Bilder?

Mit diesen Antworten bekommst du vergleichbare Angebote, und du erkennst schnell welches den Umfang ehrlich benennt. Bei bqo läuft das über das Modell Website-Projekt: Du beschreibst dein Vorhaben, wir ordnen ein, welcher Typ passt, und nennen einen festen Preis für einen festen Umfang. Begriffe wie Canonical-Tag, Core Web Vitals oder Conversion, die in Angeboten auftauchen, erklärt unser Glossar.

Quellen und weiterführende Hinweise
  • Google Search Central, Dokumentation zu Website-Umzügen mit URL-Änderungen (developers.google.com/search)
  • web.dev, Core Web Vitals als Kriterien für Nutzererlebnis und Ladezeit (web.dev/vitals)
  • Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), in Kraft seit 28. Juni 2025, für viele Unternehmenswebsites relevant
Nächster Schritt

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Beschreib dein Vorhaben im Modell Website-Projekt. Wir ordnen ein, welcher Typ passt, und nennen einen festen Preis für einen festen Umfang.